St. Knuts-Tag – Werft die Bäume aus dem Fenster! Oder: Ordnung ist das halbe Leben.

5. Januar 2016 Kolumne

Kolumne, No. 1

Am 13. Januar wird in Skandinavien traditionell der St. Knuts-Tag gefeiert. Am letzten Tag der Weihnachtszeit wird der Weihnachtsschmuck aus allen Zimmern entfernt, die letzten Süßigkeiten verspeist und schließlich der Weihnachtsbaum aus der Wohnung geworfen. Wenn wir in dieser Zeit unseren Weihnachtsschmuck wieder in Kisten verstauen und in den Keller bringen, stellen wir uns alljährlich die Frage: Benötigen wir all die anderen großen und kleinen Staubfänger, die sich über das ganze Jahr wieder und wieder in den Ecken und Untiefen der Wohnung sammeln?

Als wir vor einigen Jahren aus unseren beiden Singelwohnungen in unsere erste gemeinsame Wohnung gezogen sind, haben wir mehrere Tage mit Ausmisten verbracht. Die Aufgabe hieß: „Aus Zwei mach Eins“. Die Vorbereitungen auf die Geburt unseres Sohnes trieb uns zum nächsten Aussortieren. Die gleiche Wohnung, die gleichen Zimmer, die gleichen Quadratmeter, aber für eine Person mehr sollte all dies zu einem gemütlichen Zuhause werden. Jeden Abend liegen unzählige Kuscheltiere, Schnuffeltücher und Holzspielzeuge in der Wohnung verteilt. Nirgends scheint ein geeigneter Platz zu sein… Immer ist überall zu wenig Raum, Stell – oder Verstaufläche. Würde Aufräumen und Aussortieren wirklich helfen?

Aufräumen und Aussortieren gehört bei den meisten Deutschen sicherlich zu keiner Lieblingsbeschäftigung. Sich Aufraffen, den gut verstauten und in zweiter und dritter Reihe stehenden Kram herausholen, blaue Säcke hervorholen, sich trennen und wegschmeißen. Im Internet und in Ordnungsratgebern findet man unzählige Tipps, wie man ein System ins Chaos bringt. Man kann sich neben Reinigungskräften sogar Ordnungshelfer für Zuhause buchen. Aber all diese so wenig geliebten Aufgaben aus der Hand geben?

Nein! Ich möchte nicht auf die Endorphin-Ausschüttung, das breite Grinsen und das Lächeln, das mir übers Gesicht huscht, wenn ich voller Stolz das ordentliche Ergebnis bewundere verzichten. Ein Freund erzählte mir, dass er in seinem Neujahrskalender gelesen hat, man solle sich täglich von drei Dingen trennen. Das musste ich ausprobieren. Meine Erfahrung nach knapp einer Woche: Weniger ist mehr, sich trennen macht glücklich! Davon bin ich überzeugt. Und wenn ich bei jedem Teil genau überlege, ob es mir wichtig ist und ich es wirklich brauche, fällt das Aussortieren gar nicht mehr so schwer!

 

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